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Kinder- und Jugendhilfswerk Gernrode e. V.
Größter Anbieter stationärer Erziehungshilfe im Landkreis Harz
Verein zum Schutz und zur Förderung von Kindern und Jugendlichen

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Adresse:
Waldstraße 6
06485 Quedlinburg
OT
Gernrode/Harz
Tel.: 039485 593-33
Fax.: 039485 593 39
EMAIL:
psycho@kjhw-gernrode.de

Ansprechpartner:
Psychoth. i. A.
Sabine Bernhagen
Tel.: 039485 593 33
Dipl. Psych. Simone Bebermeyer
Tel.: 039485 95023
FAX: 039485 593 39

Der Besprechungsraum des psychologischen Dienstes

Psychologische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

1. Diagnostische Aufgaben

  • Anamnese und Exploration
  • Feststellung des Lern- und Leistungsniveaus
  • Problemanalyse
  • Klärung des Erziehungsauftrages bezüglich des Aufenthaltes in unserer Einrichtung und Differenzierung nach Klient/Erziehungsberechtigte(n)/Jugendamt

2. Therapeutische Aufgaben

  • Gestaltung einer positiv erlebten Bindung
  • Suchen und Entwickeln einer Änderungsmotivation bei inadäquater Persönlichkeitsentwicklung
  • Modifikation problematischer Verhaltens- und Denkweisen
  • Erweiterung von Bewältigungsstrategien und Problemlösungsfertigkeiten
  • Krisenintervention

3. Präventive Aufgaben

  • Förderung von Selbstregulations- und Selbstkontrollfähigkeiten
  • Stärkung des Selbstwertgefühls und der Erlebnisfähigkeit
  • Förderung der Kontakt- und Beziehungsfähigkeit
  • Förderung von Kritik- und Konfliktfähigkeit

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Kindzentrierte Intervention
von Dorothea Bansemer

Im folgenden Modell sind Phasen der therapeutischen Arbeit dargestellt, die nicht von jedem Kind/Jugendlichen in dieser Weise durchlaufen werden. Welche Gewichtung die einzelnen Phasen im therapeutischen Prozeß erhalten, hängt vom Alter, Zielstellungen, Problem- und Motivationslage des jeweiligen Kindes/Jugendlichen ab, sowie von den äußeren Bedingungen.

  • Phase: Aufbau einer Positiven Beziehung zum Kind/Jugendlichen
  • Phase: Bestimmung möglicher Ansatzpunkte der Intervention
  • Phase: Aufbau von Änderungsmotivation
  • Phase: Modifikation problematischer Verhaltens- und Denkweisen
  • Phase: Förderung der Selbststeuerung und Ausblendung der Außensteurung

1. Phase: Aufbau einer Positiven Beziehung zum Kind/Jugendlichen

  • Gestaltung einer vertrauensvollen und sanktionsfreien Atmosphäre
  • Realisierung therapeutischer Grundvariablen: positive Wertschätzung und Akzeptanz des Kindes bzw. Jugendlichen, persönliche Zuwendung, Empathie
  • Einzelbeschäftigung mit dem Kind/Jugendlichen, z. B. gestalterische Tätigkeiten, nondirektives Spiel, Geschichten vorlesen
  • wichtig in dieser Phase: Interessen und Wünsche des Kindes/Jugendlichen stehen im Mittelpunkt

2. Phase: Bestimmung möglicher Ansatzpunkte der Intervention

  • Anamnese und Exploration
  • Verhaltensbeobachtung in verschiedenen Situationen
  • Einsatz psychodiagnostischer Verfahren (Testverfahren, Fragebögen)

3. Phase: Aufbau von Änderungsmotivation

  • Klärung der Zielvorstellungen: „Welche Änderungen wünschen Kinder und Jugendliche und welche Übereinstimmungen gibt es hinsichtlich ihrer Ziele und der Ziele der Erwachsenen?“
  • Aufbau realistischer und positiv formulierter Zielvorstellungen
  • Wahrnehmung und Verstärkung kleiner Erfolge, „in kleinen Schritten denken“

4. Phase: Modifikation problematischer Verhaltens- und Denkweisen

In Selbstbeobachtungs- und Verstärkerprogrammen können die Kinder und Jugendlichen lernen,

  • eigene Verhaltensweisen zu beobachten und einzuschätzen,
  • sich realistische Ziele für Verhaltensänderungen zu setzen und
  • Zusammenhänge zwischen Verhaltensänderungen und positiven Konsequenzen zu erkennen

Durch den systematischen Einsatz von Verstärkerprogrammen lernen die Erzieher,

  • auf kleine Verhaltensänderungen und Fortschritte im Kind-/Jugendlichenverhalten zu achten,
  • positives, angemessenes Verhalten systematisch zu belohnen und negatives Verhalten zu ignorieren bzw. nicht zu belohnen

In Rollenspielen können die Kinder und Jugendlichen

  • neue Verhaltensweisen, z. B. ein selbstbehauptendes, nicht-aggressives Verhalten in kritischen Situationen, zu üben oder
  • durch die Übernahme anderer Rollen lernen, sich in andere Personen hineinzuversetzen

Beim Ärgerkontrolltraining lernen die Kinder und Jugendlichen,

  • mit Hilfe von Selbstinstruktion ihren Ärger und ihre Wut zu kontrollieren,
  • die Auslöser und Gründe für ihren Ärger zu erkennen und
  • alternative Lösungswege zu finden und deren Konsequenzen zu bewerten

Bei der Modifikation irrationaler Gedanken sollen die die Jugendlichen lernen, irrationale Denkweisen, wie z. B. willkürliche Schlußfolgerungen, Über- oder Untertreibungen, Personalisierungen, Schwarz-Weiß-Denken, zu erkennen und zu hinterfragen. Alternative Sichtweisen werden gesucht und auf ihre Realitätsnähe geprüft.

5. Phase: Förderung der Selbststeuerung und Ausblendung der Außensteuerung

Beim Problemlösetraining sollen die Kinder und Jugendlichen lernen,

  • Probleme zu erkennen und eine positive Einstellung zu ihrer Bewältigung zu entwickeln,
  • Probleme konkret zu formulieren,
  • verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu suchen und gegeneinander abzuwägen,
  • Lösungen in der Realität zu erproben und deren Erfolg einzuschätzen,
  • sich für selbst für den Erfolg zu bestätigen bzw. bei Mißerfolg eine neue Lösungsmöglichkeit auszuwählen.

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